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Delegiertenversammlung 2026: Begegnung, Veränderung und Aufbruch in Nottwil

Mit der Geschichte von Heinz Frei eröffnete Simone Michlig ihre erste Delegiertenversammlung als Präsidentin von PluSport Behindertensport Schweiz. Rund 80 Delegierte kamen im ParaForum des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Nottwil zusammen – an einem Ort, der für den Schweizer Parasport weit mehr ist als ein Veranstaltungsort.

«Nottwil sei ein Dorf mit Dorfcharakter, zugleich ein medizinisches Leistungszentrum und ein Innovationshub mit internationaler Strahlkraft», hielt PluSport CEO Christof Baer fest. «Es sei ein ehrenvoller Ort, um die Delegiertenversammlung durchzuführen. Dass PluSport in Nottwil zu Gast sein durfte», verstand auch Simone Michlig als starkes Zeichen der langjährigen Partnerschaft mit der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und - vereinigung.

Joseph Hofstetter, Direktor der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, hiess die Delegierten herzlich willkommen. Nottwil solle kein abgeschlossener Ort sein, sondern ein Ort der Begegnung: zum Treffen, Austauschen und Zusammenkommen. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung sei dabei nicht nur Finanzdach, sondern auch eine wichtige Unterstützerin des Schweizer Parasports – und damit auch von PluSport. Das Jubiläumsjahr 2025 mit 75 Jahren SPZ sei intensiv, aber erfreulich gewesen. Gleichzeitig erinnerte Hofstetter an den verstorbenen Gründer Guido A. Zäch, dessen Lebenswerk Nottwil bis heute prägt.

Auch Nationalrat und PluSport-Ehrenpräsident Christian Lohr würdigte Guido A. Zäch als Persönlichkeit, die in der Schweiz und weit darüber hinaus Einzigartiges geschaffen habe. «Ohne das SPZ würde der Schweiz etwas fehlen», betonte Lohr. Zugleich richtete er seinen Dank an die Delegierten und die vielen Ehrenamtlichen in den Clubs. «Ihr Engagement ermögliche Menschen mit Behinderung den Zugang zum Sport – Woche für Woche, mit grosser Wirkung und oft im Hintergrund.»

Ein Jahr der Veränderung

Für Simone Michlig war ihr erstes Amtsjahr geprägt von Zuhören, Dialog und vielen Begegnungen mit Clubs, Partnern und Wegbegleiter:innen. Gleichzeitig war es ein Jahr des Wandels: ein neuer Vorstand, Veränderungen in der Geschäftsleitung, Pensionierungen, neue Mitarbeitende sowie Aufgaben, die neu verteilt und Arbeitsweisen, die weiterentwickelt wurden.

An ihren Antritt knüpfte sie erneut die Leitgedanken mutig, sichtbar und modern. Mit der gestarteten Markenentwicklung sowie Strategie wurde ein wichtiger Prozess angestossen, dessen Ergebnisse an der nächsten Delegiertenversammlung vorgestellt werden sollen. Ziel ist es, PluSport noch klarer zu positionieren und die Sichtbarkeit des Behindertensports weiter zu stärken.

Der Rückblick zeigte zudem viele sportliche und organisatorische Höhepunkte: über 110 Sportcamps, starke internationale Leistungen von Schweizer Para-Athlet:innen, Erfolge an Paralympics und Weltmeisterschaften sowie die Lancierung eines neuen Programms im Bereich Education. Die Basis all dieser Entwicklungen bleibt jedoch die Arbeit der Clubs. Über 80 PluSport-Clubs ermöglichen schweizweit regelmässige Trainingsangebote für mehr als 10’000 Menschen. «Ihr gebt dem Behindertensport ein Gesicht und macht ihn spürbar», lautete die zentrale Botschaft an die Delegierten.

Solide Finanzen mit Blick nach vorne

Auch finanziell kann PluSport auf ein gutes Jahr zurückblicken. Trotz anspruchsvollem Spendenumfeld wurde ein positives Ergebnis erzielt. Gleichzeitig wurde betont, dass gute Erträge auch Investitionen in die Mittelbeschaffung erfordern.

Trotz des erfreulichen Ergebnisses soll der aktuelle Kurs beibehalten werden. Effizienz und ein sorgsamer Umgang mit den Mitteln sollen weiterhin zentral bleiben. Der Finanzplan sieht vor, bis 2030 eine ausgeglichene Betriebsrechnung zu erreichen. Das Budget 2026, das einen geplanten Negativbeitrag enthält und durch bestehende Reserven ausgeglichen wird, wurde ebenfalls einstimmig genehmigt.

Wertschätzung für das Ehrenamt

Dank der zügig behandelten statutarischen Geschäfte konnten die Ehrungen bereits vor dem Mittagessen durchgeführt werden. Im Zentrum stand dabei die Wertschätzung für Menschen, die in den Clubs Verantwortung übernehmen – oft über viele Jahre hinweg und mit grossem persönlichem Einsatz.

PluSport CEO Christof Baer würdigte die abtretenden Präsident:innen und hob die Bedeutung des Ehrenamts für den gesamten PluSport-Kosmos hervor.

Zum Abschluss wurde die Delegiertenversammlung bewusst nicht nur als formale Veranstaltung verstanden, sondern als Begegnungs- und Entwicklungsraum. Der Nachmittag bot Gelegenheit zum Austausch über die Zukunft von PluSport, die Rolle der Clubs, die Zusammenarbeit im Verband und die Weiterentwicklung des Behindertensports in einem sich verändernden Umfeld.

Oder wie es zu Beginn sinngemäss angeklungen war: Vielleicht ist eine Delegiertenversammlung spannender als ihr Ruf – wenn sie als Ort des Dialogs, der Wertschätzung und des gemeinsamen Aufbruchs gestaltet wird.