Am Samstag, 1. Februar, kurz vor acht Uhr morgens, war die Stimmung im Sportzentrum von Oron-la-Ville, im Waadtland, bereits von Emotionen geprägt. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung war der grosse Moment gekommen. 19 Athletinnen und Athleten sowie 15 Helfer:innen standen am Start, begleitet von über 80 befreundeten Läuferinnen und Läufern. Insgesamt machten sich mehr als 100 Personen auf den Weg zur ersten Etappe. Nach kurzen Ansprachen offizieller Vertreter fiel um Punkt 08:00 Uhr der Startschuss. Die ersten Kilometer führten nach Forel-Lavaux, wo eine wohlverdiente Stärkung wartete. Anschliessend ging es weiter zur Tour de Gourze und hinunter durch die spektakulären Weinberge des Lavaux mit Blick auf den Genfersee. Der erste Teil der Etappe endete in Lausanne beim Olympischen Museum, wo die Teilnehmenden unter Applaus empfangen wurden. Danach stiegen die Athlet:innen in spezielle Rettungsboote und überquerten rudernd den Genfersee Richtung Bouveret – eine mehr als dreistündige Herausforderung mit über 4000 Ruderschlägen. Nach der Ankunft ging es mit dem Velo weiter nach Aigle, wo sie den ersten Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen liessen.
Zwischen Wind, Bergen und Ausdauer
Am zweiten Tag führte die Velo-Strecke bei starkem Gegenwind durch die Rhoneebene. In Stalden wechseln die Teilnehmenden zum Trailrunning und erreichten Saas-Fee nach einem anspruchsvollen Aufstieg durch Schnee und Kälte. Die folgenden Tage standen ganz im Zeichen des Skitourenfahrens. Aufgrund erhöhter Lawinengefahr musste die Route jedoch angepasst werden. Dennoch erreichten die Athletinnen und Athleten Höhen von über 3000 Metern über Meer. Besonders herausfordernd waren die Wetterbedingungen: Nebel, Wind und schlechte Sicht verlangten den Teilnehmenden alles ab. Die Ankunft am Simplonpass wurde daher als grosser Erfolg gefeiert.
Finale in Italien
Am letzten Tag stand nochmals eine 130 Kilometer lange Veloetappe durch das Piemont und die Lombardei auf dem Programm. Aufgrund von Verzögerungen wurde der geplante Marathon in einen Halbmarathon umgewandelt. Kurz vor Mailand schlossen sich italienische Läufer:innen dem Team an. Als schliesslich das Ortsschild von Mailand erschien, waren die Emotionen überwältigend.
Der Zieleinlauf beim «House of Switzerland» erfolgte im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten, unter anderen Bundespräsident Guy Parmelin. Besonders bewegend war die Ankunft von Thibault Sprenger, dem Triathleten mit Beeinträchtigung, über den im kommenden +Punkt mehr gelesen werden kann. Ein starkes Symbol für den Geist dieser Challenge.
Eine unvergessliche Erfahrung
Erschöpfung, schwierige Wetterbedingungen und grosse körperliche Anstrengungen, aber auch Teamgeist, Freude und tiefe Emotionen: Das war Oron–Mailand 2026. Es war aber auch weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Für alle Beteiligten bleibt es eine aussergewöhnliche menschliche Erfahrung im Zeichen von Solidarität und Inklusion.
Herzlichen Dank
Wir von PluSport danken herzlich für die grosse Unterstützung zugunsten des Behindertensports. Allen Teilnehmenden gratulieren wir zu dieser beeindruckenden Leistung.