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3 Fragen an... Susanne Huber

2026 ist das Internationale Jahr der Freiwilligen. Wir werden im Verlaufe des Jahres verschiedene Personen vorstellen, die für PluSport und den Behindertensport aktiv sind. «Ich setze mich seit sechs Jahren für diese wertvolle Sache ein», erzählt Susanne Huber. Sie ist Technische Leiterin beim Behindertensportverein Uzwil und hat das Ferienangebot Funny ins Leben gerufen.

Du hast das Ferienangebot «Funny» ins Leben gerufen. Wie bist du auf diese Idee gekommen und was enthält es?

Die Idee zu «Funny» ist kurz vor den Sommerferien 2024, aus einem Wissen und Gefühl heraus, entstanden. Dem Wissen darüber, dass niemand von unseren Sportler:innen 5 Wochen in Urlaub fährt; die einen sogar gar nicht. Und dem Gefühl, dass es eine lange Zeit ist, in der sich die Sportler:innen nicht sehen und diese wöchentlichen Trainings doch auch einen grossen sozialen Aspekt haben. Die Nachfrage bei einer kleinen Gruppe Sportler:innen hat gezeigt, dass sie an einem Sportangebot innerhalb der Schulferienzeit interessiert wären. Dazu ist zu erwähnen, dass während den Schulferien in unserem Verein keine Sportstunden stattfinden. Dies, da die Sportstätten während den Schulferien, wenn überhaupt, unterschiedlich geöffnet sind und damit auch das Leiterteam Urlaub geniessen kann. 
«Funny» deckt nun die Schulferienzeit mit einem Sportangebot ab: Dies mit einer Stunde pro Woche, immer Donnerstagabends. Diese Donnerstagabendstunde findet auch sonst statt. Somit wird für jene Sportler:innen das Bewegungsangebot einfach weiter geführt. Sportler:innen aus den anderen Turn- und Schwimmgruppen dürfen gerne dazu kommen. Um den Aufwand des Leiterteams möglichst gering zu halten, haben wir einen Teilnehmenden-Rahmen skizziert. Darin wird die gewünschte Selbständigkeit umrissen. Natürlich haben wir da auch einen gewissen Spielraum. Wer bei «Funny» teilnimmt bekommt ein abwechslungsreiches Programm geboten: Spielstunden draussen, Kegelabend, Minigolf, Schnuppertraining Karate und Judo, Wettkampfvorbereitungen oder Besuch im Schwimmbad, um einige vergangene Programmpunkte zu nennen. 

Was bedeutet Freiwilligenarbeit und Engagement für den Behindertensport für dich?

Für mich bedeutet es, einen sehr grossen Teil meiner Freizeit dem Verein zu schenken. Das Engagement beinhaltet viele verschiedene Aspekte. Ich durfte schon so viele ganz tolle Menschen kennen lernen. Sportler:innen und Trainer:innen. Auch wenn es herausfordernde Momente und Situationen gibt, bisher hat das Positive überwiegt. In meiner Arbeit darf ich kreativ wirken, wenn ich Stunden zusammenstelle oder neue Angebote wie «Funny» kreiere. Mir wird viel Vertrauen entgegen gebracht. Ich darf mein Wissen und meine Kompetenzen ausbauen. Ich versuche zu erkennen, was sich die Sportler:innen und Trainer:innen von ihrem Verein wünschen und dies dann soweit möglich umzusetzen. Mir persönlich ist es wichtig, dass wir mit dem Behindertensport ein Angebot in der Region schaffen, das genutzt werden kann, um sich aktiv zu bewegen, die sportlichen Kompetenzen zu fördern und dabei auch das soziale Miteinander zu pflegen. 

Seit wievielen Jahren engagierst du dich freiwillig und weshalb hast du dich entschieden, Freiwilligenarbeit zu machen?

Ich engagiere mich seit über sechs Jahren. Warum ausgerechnet im Bereich Ferienangebot und Sport für Menschen mit einer Behinderung kann ich nicht sagen. Ich habe mich vor einigen Jahren entschieden, nicht mehr in einem 100%-Pensum zu arbeiten und Work-Life-Balance wirklich ernst zu nehmen. Daraus resultiert, dass ich freie Zeit habe, die ich für eine wertvolle Sache einsetzen kann. Diese wertvolle Sache ist für mich der Behindertensport. 
Wenn ich erlebe, wie offen und vertrauensvoll mir unsere Sportler:innen begegnen, wie viel wir zusammen lachen dürfen, wie sie für einander schauen und was in ihrem Leben welchen Stellenwert hat, dann weiss ich, dass ich am richtigen Platz bin. 

Mehr zum Angebot «Funny»